Wo kommen Sie her?
Timo Glock aus dem Odenwald, Sebastian Vettel aus Heppenheim am Odenwald, Michael und Ralf Schumacher aus Kerpen, Adrian Sutil aus Starnberg, Nick Heidfeld aus Mönchengladbach und Heinz-Harald Frentzen aus Mönchengladbach. Nicht zu vergessen der letzte "deutsche" Weltmeister Nico Rosberg aus Wiesbaden. Die Namen der bekannten deutschen Fahrer der Königsbuliden ist lang. Leider auch länger als die Starterliste der heimischen Liga. Aber so ist das nun mal auf dem Balkan, man kennt sich, man liebt sich, man gönnt sich dennoch nichts. Jeder ist sich selbst der Nächste. Hoffen wir auf den Erhalt der Liga, der eifrigen Schreiberlinge und kuriosen Setzungen. Ampeln aus! Flaggen wegpacken, Safety Car parken und einfach mal laufen lassen. Lasset die Rennen beginnen.
Ein Käfig voller Narren
Der Balkan steht mal wieder auf der Startrampe. Die klapprigen Vehikel aus Bukarest, Ljubljana & Co. machen sich einmal mehr auf, ihren Besitzern ein unvergleichliches Maß an Freud und Leid zu bereiten. Die Glorreichen Sieben kennen sich gut und haben bereits mehr Rennen in den Knochen als Rubens Barrichello und Fernando Alonso zusammen. Wer wird in dieser Spielzeit als Erster die schwarz-weiß karierte Zielflagge sehen? Wer wird mit Defekt schon frühzeitig ausfallen? (Spoiler: hier sind die trainerlosen Teams immer ganz heiße Kandidaten) Wer wird sich beim Reifenwechsel so dämlich anstellen wie einst Ferrari? Und wer kennt vielleicht eine Abkürzung, mit der man die Rivalen der Rennbahn zum richtigen Zeitpunkt foppen kann. Alles kann, nichts muss. Nur in Belgrad ist es natürlich komplett andersherum. Denn Coach Dimitry Utschkov muss sehr wohl (und zwar ganz dringend!), kann dafür aber nichts. Es wird Zeit, dass die Lichter der Startampel endlich erlöschen.
Ein Quäntchen Glück
Das gehört eben auch dazu. Die Mannschaft aus Ljubljana gewinnt alle drei Spiele, wenn natürlich auch mit einer gehörigen Portion Glück. Dieses hat bisher des Öfteren gefehlt, umso schöner, dass zumindest der Saisonstart dadurch geglückt ist. An diese nun laufende Serie will die Mannschaft anschließen. Von Beginn an das Geschehen in der Liga diktieren und oben mitspielen. Am Ende-...darüber reden wir an dieser Stelle nicht. Denn die Saison ist lang und gegen jeden Gegner geht es bekanntlich gleich viermal. So haben Mannschaften wie Belgrad noch genügend Gelegenheiten zurückzuschlagen. Sicher ist auch die anderen Mannschaften sind heiß, allen voran auch Bukarest die ebenfalls perfekt in die Saison gestartet sind. Darauf erstmal ein frisches Gezapftes, Prost.
Ein Quantum Prost
Eigentlich wollte Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov gleich mit einem Slibowitz auf den gelungenen Saisonstart anstoßen. Bis ihm jemand erklärte, dass eine Punkteausbeute von sechs Zählern bei einer Tordifferenz von 9:1 genau genommen ein ziemlich mieser Beginn gewesen ist. Denn schließlich hätte man mit müden Einsätzen und einem kleinem Quantum Mut in Slowenien mit vertretbarem Aufwand die perfekte Ausbeute generieren können. Aber scheinbar hat Onkel Dimitry das Spielprinzip noch immer nicht verinnerlicht und ließ sich stattdessen in den lokalen Gazetten für zwei souveräne Heimsiege feiern. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass der russische Übungsleiter jeden noch so weit herbeigeholten Vorwand gnadenlos nutzt, um sich einige osteuropäische Einheiten Gerstensaft zu genehmigen. Man muss die Feste schließlich so feiern, wie sie fallen. Und dabei sollte man sich nicht von Kleinigkeiten abhalten lassen.
American Beauty
Bald ist es soweit, und der Blick wird auch vom Balkan aus sich in Richtung Vereinigte Staaten richten. Denn im Land der begrenzten Unmöglichkeiten stehen bekanntlich am 5. November die Präsidentschaftswahlen auf dem Programm. Schon interessant, dass in den USA ein Kandidat im Rennen ist, gegen den selbst Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov noch als vergleichsweise seriös und gesittet daherkommt. Aber nun gut, am Ende müssen schon die Amerikaner entscheiden, wer sie in den nächsten vier Jahren beglücken soll. Wobei, man müsste präziser sagen, dass die Amerikaner in Pennsylvania wohl das Zünglein an der Waage sein werden, während Staaten wie New York, Kalifornien oder Texas längst entschieden sind. Das ist schon ein etwas merkwürdiges Verständnis von Demokratie, aber man hat das schließlich schon immer so gemacht. Immerhin kann man in Belgrad recht gelassen auf den November schauen, während das große Zittern wohl eher in Charkow oder Kiew stattfinden wird. Die "American Beauty" hat halt auch eine ziemlich häßliche Seite.
Jetzt gegen die Top-Teams
Der Saisonstart ist weiterhin zufriedenstellend. Nach dem perfekten Auftakt ist die Siegesserie leider gerissen, doch immerhin ein Dreier konnte eingefahren werden. Nun geht es gegen die Großen des Balkans, Bukarest und Budapest...nur ein Buchstabe liegt dazwischen, doch die Mannschaften sind eng beisammen, gehören sie doch seit Jahren zur Spitze des Balkans, eben genau dahin wo Olimpia gern auch mal stehen würde. Die Mannschaft will den Schwung aus den ersten Spielen mitnehmen und auch gegen die Großen überzeugen, denn erst dann wissen wir wo wir wirklich stehen. Zu schnell kann es gehen ins Mittelfeld durchgereicht zu werden, zu wohl fühlt es sich an der frischen Luft im vorderen Feld des Tableau. Schauen wir wie die Sache ausgeht, in Ljubljana ist man bereit für die anstehenden Spiele.
Balkollo 13
"Balkan, wir haben ein Problem", sendete Bordoffizier Dimitry Utschkov unmißverständlich an die Kommandozentrale in Banja Luka. "Sein leider schon aufgebraucht Vorräte von Slibowitz und weißrussische Dosenbier." Das hatte man also davon, wenn man die Trainergilde des Balkans zu einer Fortbildungsmaßnahme in ein bosnisches Ausbildungszentrum sendete. Denn statt sich mit dem Transfer-Reglement der FIFA oder den neuen Regeln des Schiedsrichterboards zu beschäftigen, fanden sich die feinen Herren frühzeitig in unmittelbarer Nähe von Hotelbar und Zapfanlage wieder. Zwischen Ljubljana und Donezk herrschte also ziemliche Einigkeit darüber, dass man sich statt Taktik und Regelwerk lieber auf die eigentlichen Kernkompetenzen beschränken sollte. Dementsprechend war es kein Wunder, dass man zu später durch das Fenster eine einträchtige Polonäise der Übungsleiter zu den größten Hits von Elvis Presley, der Spider Murphy Gang und den Sisters of Mercy vernehmen konnte. Und wenn sie nicht gestorben sind, so feiern sie noch immer weiter.
Vorfreude
Die kommenden drei Partien können voller Vorfreude angegangen werden. Zunächst kommt es zum Spiel gegen Sarajevo. Die Starke Heim Performance soll beibehalten werden, sodass der Anschluss an die Spitze aufrecht erhalten wird.
Im nächsten Spiel treffen wir erneut auf Roter Stern Belgrad, lange ist das letzte Duell mit dem Onkel nicht her. Damals konnten wir uns knapp durchsetzen. Vielleicht gelingt es uns auch dieses Mal drei Punkte aus Belgrad zu entführen.
Zum Abschluss geht es in die kroatische Hafenstadt nach Split. Der Drehort für Serie wie Games of Thrones ist nicht als Städtreise geplant. Auch hier will Trainer sf Zählbares mitnehmen.
Mit dem perfekten ZAT wäre das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Dafür gilt es zu kämpfen und zu siegen.
Je ne regrette rien
Rien...das ist das Stichwort zum vergangenen ZAT. Die Mannschaft hat sich gegen Sarajevo einen Ausrutscher erlaubt, der so nicht nötig war. Wo wird das am Ende hinführen? Der Trainer beteuert weiter, es sei alles so geplant gewesen und er bereue nichts. Doch Fakt ist, die gute Ausgnagslage ist dahin. Nun kommt der Tabellenführer mit ordentlich Selbstvertrauen und dann zwei Zuffis. Leicht geht definitiv anders. Wie dem auch sei, die Mannschaft muss versuchen dem Abwärtsstrudel so schnell wie möglich zu entkommen. Sonst kann die Saison schneller abgehakt werden, als sie begonnen hat. Für die letzten Spiele der Hinrunde ist die Vorgabe mindestens zwölf Punkte um sich oben festzubeißen. Auf gehts liebe Löwen.
Tanz der Vampire
Natürlich hatte Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov das große Ereignis wieder einmal vergessen. Erst als es am Donnerstag an der Haustür im Plattenbau klingelte und einige merkwürdig aussehende Gestalten um Süßigkeiten bettelten, fiel es dem russischen Übungsleiter wieder ein. Halloween! Blöd jetzt also, dass man erst am Vorabend die Vorräte an Duplo und Hanuta (die mit den Sammelbildchen der WM 1986 waren im Großmarkt besonders günstig gewesen) vernichtet hatte und nun mit leeren Händen dastand. Immerhin gut, dass anscheinend nur sporadisch serbische Kinder sich auf den Weg in den sozialen Brennpunkt gemacht hatten. Letztlich fanden sich im Haushalt von Onkel Dimitry doch noch einige kleinere Flachmänner mit selbstgebranntem Slibowitz vom Nachbarn aus der 14. Etage. "Davon Ihr bekommen besonders süße Träume", so der Trainer beim Abgang der kostümierten Fledermäuse in die kalte Belgrader Nacht. Jetzt aber schnell alle Lichter ausgeschaltet! Nicht, dass zu später Stunde noch weitere unerwartete Gäste vor der heimischen Türe lauerten.
Allein, allein
Allein, allein zieht der Onkel an der Spitze seine Kreise. Ganz im Stile eines Freiwasserschwimmers hat er immer genügend Wasser unter dem Kiel und enteilt dem Hauptfeld. Traurig nur, dass er dazu nicht mal seine Ellbogen gebraucht hat. Es gibt nahezu keine Gegenwehr, welches auch am Torverhältnis abgelesen werden kann. Nun ist nicht mehr die Zeit zu lamentieren, machen wir es wie Olaf Scholz und leben unsere zwanzig minütige Erklärung vom Teleprompter, damit uns am Ende alle auf die Schultern klopfen und sagen "Gut gemacht." Ja, es ist Zeit für einen Machtwechsel. Wir bieten uns an wie die FDP ihren Wählern, billig und willig, um irgendwie die 5% Hürde zu knacken. Ja, das sind eigentlich genau die Schlagzeilen die unser Freiwasserweltmeister lesen will.
Prägung
Prägende Ereignisse im Leben eines Übungsleiters gibt es einige. Geprägt sind die Trainer auf ihre Vereine. So ist es auch bei sf5078, dieser schwört den Drachen aus Ljubljana seit gut einem jahr die Treue und heizt sie zum Feuerspucken an. Doch die großen Erfolge alter Tage sind ausgeblieben. Weder in der Morgen-noch in der Abenddämmerung gibt es erfreuliche Verwandlungen seiner Mannschaft in hungrige Biester. An dieser Stelle ist es eigentlich auch egal ob Vampir oder Werwolf, Hauptsache das Opfer hat genug Blut zum aussagen. Die Mannschaft betet also weiter den Vollmond an und hofft auf den Durchbruch. Der Trainer bleibt damit auf unbeschriebene Zeit geprägt auf diesen Verein. Möge die Jagd beginnen. Wir lechzen nach mehr.
From Dusk till Dawn
In Belgrad war mal wieder das liebe Geld knapp. Spärliche Sponsoreneinnahmen, bescheidene Ticketpreise und fürstliche Spielergehälter führten dazu, dass man bei Roter Stern bis zum Jahresende den Gürtel deutlich enger schnallen muss. Das hat auch Auswirkungen auf den privaten Sicherheitsdienst, der bis dato das Trainingsgelände des Vereins überwacht hat. Doch damit ist zunächst einmal Schluss, so dass Onkel Dimitry nunmehr jeweils in der Nacht von Sonntag auf Montag den Wachdienst übernehmen muss. Möglich macht es eine seltsame Klausel in seinem Arbeitsvertrag, die es dem Präsidium ermöglicht, dem Coach auch Sonderaufgaben zufallen zu lassen. Und so hockte der Übungsleiter um Mitternacht mißmutig im Häuschen am Eingang des Trainingsgeländes und wartete auf das Moped von Lieferando mit der bestellten Pizza Funghi Prosciutto. Doch wie üblich war auf Dienstleister in Serbien kein Verlass. Nur das Heulen eines Wolfes in der Ferne durchdrang die Stille der klirrend kalten Finsternis. Den nächsten Job würde sich Onkel Dimitry definitiv in der Karibik suchen.
Vertigo - Im Reich der Idioten
Mit dem Schwindel war das so eine Sache, denn schließlich sollte man Anzeichen für gesundheitliche Probleme immer ernst nehmen. Und so fand sich Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov (Grüße übrigens an alle Fans des VfB Stuttgart) am frühen Morgen in der Praxis von Vereinsarzt Dr. Ivo Krumpelic wieder. Zwei Fragen gingen Onkel Dimitry durch den Kopf: 1. Was waren wohl die Ursachen für die Schwindelgefühle? 2. Gibt es wirklich die Universität Aktivist Schwarze Pumpe, bei der der Quacksalber angeblich seine Promotion errungen haben soll? Aber gut, bei mäßiger Bezahlung lockt man eben dann auch immer nur das Personal an, dass man nicht einmal als Hausarzt im ländlichen Raum Thüringens einsetzen würde. Doch zur Überraschung des Patienten folgte eine ziemlich präzise Diagnose: "Schließe aus Ihren Symptomen, dass sie wieder betrunken durch die Pampa geritten sind. Wodka vermutlich. Und ein Ackergaul. Herr Utschkov, ich habe Ihnen schon oft gesagt, dass Sie sich nicht beschickert auf einen Klepper hocken sollen... Und nein, ich stelle Ihnen für heute Abend keinen gelben Schein aus!"
Wer reitet so spät...
...durch Nacht und Wind? Es ist der Onkel mit seinem Wodka. Er hat den knaben wihl in dem Arm. Er fasst ihn sicher, erhält ihn warm.
So oder so ähnlich, kann die aktuelle Situation auf dem Balkan beschrieben werden. Zwar wird der Onkel unleidlich, wenn sein Wodka warm wird, doch warmer Wodka ist bekanntlich immernoch besser als gar kein Wodka. Dem Gedränge der Menschenmenge mag er nur allzugern entkommen, liebt er doch die Einsamkeit an der Spitze. Es gibt keinerlei Fehltritte seines Rosses Roter Stern. Sie reiten unaufhaltsam der nächsten Schale entgegen. Da muss schon ein echter Sturm aufbranden, so einer wie ihn wohl nur unsere Drachen aus Ljubljana entzünden können, denn sonst verliert die Saison schneller an Spannung als der Onkel seinen körperwarmen Wodka leer getrunken hat.
Bad Santa
Kann man nach dem Aus in der Europa League nicht einmal einige wenige Tage in Ruhe auf einer Nordseeinsel entspannen? Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov hatte augenscheinlich kein Glück, denn statt Entschleunigung und Stille geriet er auf Borkum in die Festivitäten des lokalen "Klaasohm". Ein Brauch, bei dem auf die Zeit der Walfänger verwiesen wird, die wohl Anfang Dezember von ihren Streifzügen durch die Meere zurückkehrten und dann die heimischen Frauen eindringlich daran erinnerten, dass sie wieder das Sagen auf der Insel hatten. Noch heute verkleiden sich daher junge Männer mit albernen Kostümen und dreschen als Teil des folkloristischen Brauchtums mit Kuhhörnen auf die Hinterteile von weiblichen Mitbürgerinnen ein. Eine fantastische Tradition, schade nur, dass nicht alle gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Doch um diese Ungleichheit zu beseitigen, hat der russische Gast beschlossen, das gesamte Wochenende abends als "Klaasdimitry" über das Eiland zu streifen, um dann männlichen Heranwachsenden mit einem Kuheuter das Gemächt zu verdreschen. Es wird sicherlich ein großes Fest werden.
Völlig losgelöst
Frei nach Major Tom war die Mannschaft aus Slowenien in dieser Woche in den Heimspielen unterwegs. Sie spielten ordentlich ihren Stiefel runter und gewannen am Ende doch nur knapp- die Chancenverwertung nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine reine Katastrophe. Während sich die Konkurrenz dereits desillusioniert darüber lustig macht was in Ljubljana passiert, werden in Slowenien die Brötchen wieder kleiner. Die Mannschaft läuft den eigenen Erwartungen hinterher. So ist das nun mal. Im Pokal ist die Mannschaft bereits ausgeschieden. Es wird ein bescheidenes Fest, die Geschenke fallen dieses Jahr aus. Traurig aber wahr. Es gilt die Saison mit Anstand zu Ende zu spielen, am Ende vielleicht unter die besten vier zu kommen und damit auch nächstes Mal europäisch dabei zu sein.
Der Tsunami aus Belgrad
Damit hatte man flussabwärts der Donau im beschaulichen Ljubljana nicht gerechnet. Eine donnernde Hafenwelle überraschte die Mannschaft im Tiefschlaf der ersten 45 Spielminuten. Solch ein Auftreten, wie ein Stern der niemals verglühen will. Die Hafenwelle zerstörte einfach alles. Damit auch die Träume unserer Olimpia die ersehnte erste Meisterschaft einzutüten. Die Saison muss nun ordentlich zu Ende gespielt werden. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Rachakt der Schicksalsgöttin Fortuna nachdem es den Slowenen gelang den Abo-Meister aus Serbien international ein Bein zu stellen. Doch eine frohe Botschaft gibt es noch: Die Geschichte mit Belgrad wird am letzten ZAT ihre finale Fortsetzung finden. Die Fans freuen sich bereits darauf. Vielleicht können wir ihnen entscheidend in die Suppe spucken.
Aus der Mitte entspringt ein Fluss
Kann es etwas Unangenehmeres geben als das unablässige Zwicken der eigenen Blase? Gut, wenn ein dunkelbrauner Bolzen an die hintere Darmwand klopft, ist es sicherlich auch nicht viel schöner. Aber dieses permanente Drücken der Prostata nach den sieben Glühwein vom Weihnachtsmarkt machte die Heimfahrt in der vollbesetzten Straßenbahn wahrlich zu einer Tortur. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov endlich seine Haltestelle an der Bata-Illic-Magistralen. Nun galt es nur noch, sich eine geeignete Stelle zur eigenen Befreiung jenseits der elektrischen Weidezäunen auszusuchen. Geschafft! Und wenn er nicht gestorben ist, so steht Onkel Dimitry noch immer hinter dem Kiosk der griesgrämigen Adrejana Fuselovic und sorgt dort für sinnflutartige Niederschläge und nebenbei für blühende Landschaften im Osten.
Die vermeintlich einfachen Spiele
Die vermeintlich einfachen Spiele werden in dieser Saison einfach nicht gewonnen. Erneut liess man zu Hause Punkte liegen. Drei mehr und man wäre dran. Doch zu viel Konjunktiv ist noch nie gut gegangen.
Konzentrieren wir uns auf der Endspurt in Liga und Pokal. Zwar tanzt die Mannschaft noch auf allen Hochzeiten, doch die Aussichten auf Edelmetall sind eher mau. In der Liga werden es andere richten, im Pokal ist man konditionell schlecht aufgestellt und so bleibt nur Europa. Momentan gibt es Elfmeterschießen im EL-Finale- Ausgang ungewiss. Ist dies die Eintrittskarte oder gar die Rettung für diese Saison. Bald dürften wir mehr wissen. Auf gehts, kämpfen und siegen. Irgendwas sollte doch dieses Jahr für uns rausspringen. Helfen werden auch die gedrückten Daumen aus Serbien.
Über den Dächern mit Pizza
Ungemütlich war es geworden im Plattenbau an der Bata-Illic-Magistralen. Wie gut nur, dass einige Jugendliche einige brennende Mülltonnen auf dem Dach des renovierungsbedürftigen Wohnkomplexes platziert hatten. Blöd zwar, dass man dort nun mit mitleiderregendem Gangster-Rap malträtiert wurde, aber was wollte man in der serbischen Hauptstadt schon anderes erwarten. Roter-Stern-Coach Dimitry Utschkov jedenfalls nicht viel, vor allem dann nicht, wenn die Heizungsanlage in der Mietwohnung saisonbedingt scheinbar wieder einmal den Geist aufgegeben hatte. Immerhin war es hier oben schön warm, und Delivery Hero punktete mit einer Familienpizza mit extra Käse zum halben Preis. Da wurde es einem doch fast ein bisschen festlich um das kalte Herz, denn schließlich näherte sich die Saison in der Balkan League nun auch langsam ihrem Ende. Aber auf einen Höhepunkt konnte man sich im Südosten Europas zusätzlich noch freuen: Olimpia Ljubljana steht am Mittwoch im Finale der Europa League. Da wird man dem Rivalen aus Slowenien ausnahmsweise mal den Daumen drücken.
Es war einmal in Balkania
Weihnachten steht nun also vor der Tür. Doch die Planer des balkanesischen Fußballverbandes haben der idyllischen Besinnlichkeit und der beschaulichen Ruhe gepflegt den Mittelfinger gezeigt. Wie anders ist zu erklären, dass die entscheidenden Spiele um Meistertitel und Pokal zwischen Gänsebraten und Sylvesterfeuerwerk gelegt wurden? Für Roter Stern Belgrad und Coach Dimitry Utschkov liegt der Fokus nunmehr auf der Liga, nachdem man im Pokal von Dinamo Bukarest aus dem Wettbewerb gekegelt worden war. Mit sechs Punkten Vorsprung sieht es fast so aus, als ob Onkel Dimitry der große Favorit auf die Meisterschaft ist und als möglicher Indiesuppespucker nur noch Hajduk Split in Frage kommt. Aber wir reden hier natürlich vom Balkan, wo grundsätzlich und zu jeder Zeit immer alles denkbar ist. Nur eine Sache ist definitiv klar: auch in dieser Saison wird Roter Stern die Saison wieder vor dem Rivalen Partizan beenden. In diesem Sinne, Frohe Festtage an die Konkurrenz in Südosteurope und auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr!